Fall Deranque: Vorerst keine Schweigeminute
Brüssel. Das EU-Parlament hat einen Antrag der Rechtsaußengruppe »Patrioten für Europa« (PfE) abgelehnt, der für diese Woche eine Schweigeminute zum Gedenken an den französischen Studenten Quentin Deranque forderte. Der Anhänger der neurechten »Identitären Bewegung« war vor zwei Wochen seinen Verletzungen nach einer Schlägerei mit mutmaßlichen Linken in Lyon erlegen. Parlamentspräsidentin Roberta Metsola lehnte den Antrag ab, da die Abgeordneten am Dienstag in Brüssel zu einer außerordentlichen Sitzung anlässlich des vierten Jahrestages der russischen Invasion in der Ukraine zusammenkommen sollten, wie der Sender Euronews berichtete. Die Schweigeminute könnte demnach bei der nächsten Plenarsitzung in der zweiten Märzwoche in Strasbourg abgehalten werden.
Am Sonnabend hatten dem Beitrag zufolge mehr als 3.200 Menschen an einem Aufmarsch in Lyon teilgenommen, um des Studenten zu gedenken. »Wie konnten der Innenminister und die Präfektur eine Demonstration genehmigen«, zitierte das Portal FranceInfo am Sonntag Manuel Bompard von der linken Partei La France insoumise (LFI), bei der mehrfach der Nazigruß gezeigt »und homophobe Parolen skandiert« wurden? Die LFI wird von Neofaschisten für den Tod Deranques verantwortlich gemacht, da ein Funktionär der Partei an der Schlägerei beteiligt gewesen sein soll. (jW)
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vom 25.02.2026