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19.02.2026, 18:53:58 / Kapital & Arbeit
Künstliche Intelligenz

Appelle, Warnungen und Probleme – KI-Gipfel in Schlussphase

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Neu-Delhi. Begleitet von Warnungen vor Gefahren einer möglichen Superintelligenz und Aufrufen zu verstärkter internationaler Kooperation, geht der KI-Gipfel in Indien in seine Schlussphase, berichtete dpa am Donnerstag. Das Treffen in der Hauptstadt Neu-Delhi wird auch von Organisationsproblemen und für Gastgeber Indien unangenehmen Schlagzeilen begleitet.

UN-Generalsekretär António Guterres mahnte am vierten Gipfeltag mehr Unterstützung für Entwicklungsländer bei der Zukunftstechnologie an. Ohne Investitionen würden »viele Länder vom KI-Zeitalter außen vor bleiben«, sagte der Portugiese in der indischen Hauptstadt. Er rief dazu auf, einen globalen KI-Fonds in Höhe von drei Milliarden Dollar (etwa 2,54 Milliarden Euro) einzurichten. Das sei weniger als ein Prozent des Jahresumsatzes von Tech-Unternehmen.

Neben Guterres waren Indiens Premierminister Narendra Modi und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Hauptredner des Tages beim AI Impact Summit – dem ersten KI-Gipfel im globalen Süden. Sie forderten in Neu-Delhi, der Einsatz für KI müsse für alle gewährleistet werden. Beraten wurde bei dem Treffen auch über eine gemeinsame Erklärung für mehr internationale Zusammenarbeit. »Die Entscheidungen, die wir heute treffen, formen die KI-geprägte Welt, die künftige Generationen von uns erben«, hieß es in einem vorab bekanntgewordenen Entwurf.

Interessant war, was Topvertreter großer Techfirmen zu sagen hatten. Interessant deshalb, weil sie sich einerseits einen rasanten Wettlauf bei der Entwicklung von KI liefern, aber gleichzeitig vor großen Risiken der Technologie warnen. Open-AI-Chef Sam Altman – zu seiner Firma gehört ChatGPT – warb erneut für eine weltweite Aufsichtsbehörde nach dem Vorbild der Atomenergiebehörde (IAEA). Es sei offensichtlich, dass man dringend Regeln und Sicherheitsmaßnahmen brauche.

Man sei vielleicht nur ein paar Jahre von frühen Versionen einer Superintelligenz entfernt, warnte Altman. Er wies auf Gefahren und Ungewissheiten hin: ein Arbeitsmarkt, der durcheinander geraten dürfte, eine mögliche Super-KI in den Händen von Diktatoren, ein Missbrauch als Biowaffe mit der Schaffung ganz neuer Krankheitserreger oder neue Arten von Kriegen. Es müsse eine gesamtgesellschaftliche Debatte geben, »bevor wir alle überrascht werden«. (dpa/jW)

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