Bericht: VW plant neues 60-Milliarden-Euro-Sparprogramm
Wolfsburg. Der VW-Konzern plant einem Pressebericht zufolge ein neues Sparprogramm mit einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro. Nach Angaben des Manager-Magazins sollen die Kosten bis 2028 um 20 Prozent sinken. So komme man auf den genannten Betrag. Grund für den Schritt seien die schleppenden Verkäufe in China und die US-Zölle. Daher reichten die bisherigen Sparbemühungen nicht aus. Werksschließungen könnten nicht ausgeschlossen werden, ebenso wenig ein weiterer Stellenabbau über die angekündigten 35.000 Stellen hinaus. Details nannte das Blatt nicht. Dem Bericht zufolge sollen Konzernchef Oliver Blume und Finanzvorstand Arno Antlitz die oberste Führungsriege Mitte Januar mit den verschärften Sparvorgaben überrascht haben. »Wir müssen die Gewinnschwelle senken«, soll Blume dem Blatt zufolge gesagt haben. 20 Prozent Kostenminus seien »die Ambition« für alle Marken und über alle Kostenarten hinweg.
VW reagierte am Montag zurückhaltend und verwies auf die bereits laufenden Sparprogramme bei allen Marken. Dadurch habe man bereits Einsparungen in zweistelliger Milliarden-Euro-Höhe erreicht, sagte ein Sprecher. »Damit konnte der Konzern die geopolitischen Gegenläufer - wie die Zölle in den USA – abfedern und bleibt auf Kurs«, hieß es weiter. Einen Zwischenstand werde Konzernchef Blume am 10. März bei der Jahrespressekonferenz geben.
Der Betriebsrat wurde deutlicher. Der Artikel erscheine »eher als eine Zustandsbeschreibung der längst laufenden Effizienzprogramme«, heißt es im VW-Intranet in einer Betriebsrats-Stellungnahme für die Belegschaft. Betriebsratschefin Daniela Cavallo sprach sich im Intranet erneut klar gegen Standortschließungen aus: »Mit uns wird es keine Werksschließungen geben.«
Ihr sei bewusst, dass sich der Konzern nach wie vor in einer schwierigen Lage befinde, wird Cavallo zitiert. »Deshalb haben wir in der Volkswagen AG bereits Ende 2024 mit dem Dezember-Kompromiss alles in die Wege geleitet, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und die Auswirkungen für die Belegschaft sozialverträglich zu gestalten. Mit dieser Einigung haben wir Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen ausdrücklich ausgeschlossen.« Ähnlich äußerte sich die IG Metall. »Die Dezember-Vereinbarung beinhaltet unter anderem den klaren Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2030«, sagte Niedersachsens Bezirksleiter Thorsten Gröger. Vor dem Hintergrund dieser verbindlichen Regelungen stellten sich »die aktuell aufgeworfenen Fragen für uns nicht«.
Unternehmen und Gewerkschaft hatten sich Ende 2024 auf ein Sanierungsprogramm geeinigt, das den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis 2030 vorsieht. Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen wurden im Gegenzug ausgeschlossen. Der Stellenabbau erfolgt vor allem über Altersteilzeit, Vorruhestand und Abfindungen. (dpa/jW)
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