Alten Plünderern auf der Spur
Lund. Das sogenannte Hjortspringboot im Nationalmuseum in Kopenhagen ist das älteste bekannte Boot aus dem Gebiet des heutigen Dänemarks. Das Plankenboot, das auf 350 v. u. Z. datiert wird, wurde zwar bereits 1921 ausgegraben, doch erst in jüngster Zeit sind Fortschritte bei der Erforschung erzielt worden. Archäologen um Mikael Fauvelle von der Universität Lund haben im Dezember 2025 eine neue Studie zu dem Boot veröffentlicht. Die Forscher untersuchten unter anderem die Seile mit einer Radiokarbondatierung und die Zusammensetzung der Dichungsmasse mit einer Gaschromatographie. Bei dem wasserabweisenden Material, das beim Bootbau verwendet wurde, handelt es sich um mit Kiefernharz vermischtes Tierfett. Das lässt vermuten, dass das Boot von der östlichen Ostseeküste stammt, wo es in der Zeit – anders als in Dänemark – ausgedehnte Kiefernwälder gab. Der bemerkenswerteste Fund aber ist ein menschlicher Fingerabdruck, der sich in einer Abdichtung erhalten hat. An der auf den Funden zahlreicher Waffen basierenden früheren Einschätzung, dass es sich bei dem Boot um ein Militärschiff handelte, das Teil eines Invasionstrupps Dänemarks war, ändern die neuen Entdeckungen jedoch nichts. (jW)
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