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Aus: Ausgabe vom 17.02.2026, Seite 15 / Natur & Wissenschaft

Klimasystem weniger stabil als vermutet

Corvallis. An schlechte Prognosen zum Weltklima hat man sich schon fast gewöhnt, so dass man Gefahr läuft, wichtige Meldungen gar nicht mehr wahrzunehmen. Ein Team um den US-amerikanischen Ökologen William Ripple von der Oregon State University kommt nach dem Zusammentragen neuer Forschungsresultate zu dem Schluss, dass das Klimasystem der Erde schon weitaus stärker destabilisiert wurde als bisher angenommen. Mehrere ökologische Teilsysteme haben ihren Kippunkt (vgl. auch junge Welt vom 4.11.2025) überschritten oder stehen kurz davor. Eine maßgebliche Ursache dieser Entwicklung: Die durchschnittliche Erwärmung der Erde gegenüber dem vorindustriellen Niveau hat schon Temperaturen jenseits der kritischen Grenze von 1,5 Grad Celsius erreicht. »Die Modellergebnisse deuten darauf hin, dass schon ein vorübergehendes Überschreiten dieses Werts das Kipprisiko um bis zu 72 Prozent erhöht im Vergleich zu einem Einhalten dieser Grenze«, so die Forscher (vgl. Scinexx, 12.2.2026). Vor einer irreversiblen Zerstörung stehen vor allem die Gletscher, der boreale Permafrost und die Eisschilde Grönlands und der Westantarktis. Verstärken sich diese Entwicklungen gegenseitig, so stünde der Menschheit eine neue »Heißzeit« bevor, warnen Ripple und sein Team. (jW)

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