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10.02.2026, 17:44:27 / Sport
Olympische Winterspiele

IOC verbietet Helm von ukrainischem Skeletonfahrer

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Wladyslaw Heraskewytsch noch mit seinem beanstandeten Helm (Cortina d’Ampezzo, 10.2.2026)

Cortina d'Ampezzo. Der ukrainische Skeletonfahrer Wladislaw Heraskewytsch darf bei den Winterspielen einen Helm mit Bildern von im Krieg getöteten Sportkollegen nicht mehr tragen. Der Kopfschutz widerspreche den Regeln der Olympischen Charta, sagte ein Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Heraskewytsch dürfe jedoch ausnahmsweise im Wettbewerb ein schwarzes Armband tragen und in Interviews danach seine Meinung frei äußern.

Vorausgegangen sei ein Treffen mit dem Trainer des Athleten und der ukrainischen Delegation. Heraskewytsch hatte den Helm im Training auf der Olympiabahn in Cortina d'Ampezzo getragen und später einen offiziellen Antrag beim IOC gestellt, um eine Erlaubnis für den Kopfschutz zu erhalten.

Der Helm sei »eine Hommage an Athleten und einige von ihnen waren Medaillengewinner bei den Olympischen Jugendspielen. Das bedeutet, sie gehören zur olympischen Familie«, erklärte der 27jährige. Auf dem Helm sind die Bilder von rund einem halben Dutzend Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind.

Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine, Wadym Gutzajt, sagte, er habe am Dienstag noch einmal das IOC gebeten, den Helm zu erlauben. Das IOC verwies jedoch auf sein Regelwerk für politische Botschaften. Diese seien mit der Athletengemeinde abgestimmt. Es müsse allen Sportlerinnen und Sportlern möglich sein, sich in einem sicheren Umfeld auf ihre Leistung zu konzentrieren, unbeeinflusst von den zahlreichen Konflikten auf der Welt, erklärte die Dachorganisation.

Heraskewytsch habe den Helm bei ersten Trainingsfahrten tragen können und seine Trauer auch über seine Kanäle in sozialen Netzwerken geäußert. Dass er nun zumindest ein schwarzes Armband tragen dürfe, sei »ein guter Kompromiss«, sagte der IOC-Sprecher. (dpa/jW)

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