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Aus: Ausgabe vom 13.02.2026, Seite 16 / Sport
Beim Fananwalt

Gedämpfte Freude

Von René Lau
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Runde Geburtstage sind toll. Man lädt Freunde ein, bereitet sich auf Feierlichkeiten vor, kann kaum erwarten, dass es losgeht. Das dachten sich in den letzten Wochen auch viele Fußballfans aus dem Osten der Republik. Zum Jahreswechsel 1965/1966 hatte die Partei- und Staatsführung der DDR beschlossen, den Fußballsport voranzubringen, auf ein höheres Niveau zu heben. Dafür wurde eine Vielzahl Fußballklubs gegründet, die entweder aus der Abteilung Fußball eines Sportklubs herausgelöst oder aus einer Betriebssportgemeinschaft gebildet wurden. So feierten viele Vereine aus dem Nordosten der Republik dieser Tage ihren 60. Geburtstag.

Weil Jubiläen immer auch Rückschauen sind, kam manchem Fan aus dem Osten ein weiteres Mal die Galle hoch. Vor mehr als 35 Jahren sprach der DFB vollmundig von der »Integration« des Fußballostens. In Wahrheit war es so: Die Spieler nahm man gern, die Vereine ließ man ausbluten. Ja, auch die Vereinsfunktionäre haben Fehler gemacht. Aber mehr als blumige Worte gab’s nie aus der DFB-Zentrale.

Bis heute ist das so. Beispiele gibt es genug, man denke an den Umgang des DFB mit den Regionalligen und der damit verbundenen Aufstiegsregelung in die dritte Liga. Die Regionalliga Nordost ist die, in der sich die meisten der gerade jubilierenden Traditionsvereine tummeln. Und sie hat kein automatisches Aufstiegsrecht in die dritte Liga, sondern spielt im Wechsel mit dem Norden und Bayern den Aufsteiger aus. Dem DFB und seinen Funktionären war das nur recht – bis sich unter Führung mehrerer Traditionsvereine aus dem Osten eine Kampagne formte.

Der DFB hatte von sich aus nichts dazu beigetragen und musste wieder einmal an den Tisch gezwungen werden. Ernsthaft bei der Sache ist er trotzdem nicht. Anders ist nicht zu verstehen, dass der DFB während der Reformkampagne auf die glänzende Idee gekommen ist, eine Liga für Nachwuchsteams zu gründen, ohne zu berücksichtigen, dass davon auch die jeweiligen zweiten Mannschaften in der dritten und vierten Liga betroffen sind. Das hätte der Reformkampagne sicher genutzt, dass man da über 21 Mannschaften sprechen würde, die bei einer Reform der vierten Liga nicht mehr beachtet werden müssten.

»Sport frei!« vom Fananwalt.

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