Social Media-Aufsicht: Jugendschutz oder Verbot
München. In der Diskussion über jugendgefährdende Inhalte auf Plattformen wie Youtube oder Tik Tok droht der oberste Repräsentant der deutschen Medienaufsichtsbehörden den Social-Media-Anbietern mit einem Verbot. »Wenn es mit freiwilligen Maßnahmen nicht geht, kommt als Ultima Ratio ein Verbot in Frage«, sagte der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), Thorsten Schmiege, der Nachrichtenagentur Reuters. »Wir nehmen die Sorge um Jugendliche sehr ernst«, sagte Schmiege. Die Medienaufseher setzen »bislang auf einen Dreiklang aus konsequenter Plattformregulierung inklusive funktionierender Altersverifikation, einheitlichen Regeln an Schulen sowie praxisnaher Medienbildung«, erläuterte Schmiege. Wenn diese Mittel nicht funktionierten, kämen härtere Mittel in Frage. »In letzter Konsequenz darf ein Verbot kein Tabu sein.« Im Dezember hatte Australien als erstes Land weitreichende Verbote beliebter Plattformen für Minderjährige erlassen. Ähnliche Schritte stehen seitdem auch in Europa zur Debatte. Frankreich, Großbritannien und Griechenland erwägen ähnliche Maßnahmen; Spanien will ein System zur Altersverifikation einführen. (Reuters/jW)
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