Vijay Prashad ist entsetzt über die freundschaftliche Nähe von Noam Chomsky zu Jeffrey Eppstein
Der marxistische Historiker und Autor Vijay Prashad zeigte sich in einem Beitrag für das Online-Magazin Counterpunch am Dienstag erschüttert über die freundschaftliche Nähe des mittlerweile 97jährigen erkrankten Linguisten und führenden linken US-Intellektuellen Noam Chomsky zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein:
Ich bin zutiefst erschüttert. Als kleiner Junge habe ich schreckliche sexuelle Gewalt erlebt (…), die mich auch Jahrzehnte später noch prägt. Das bedeutet, dass ich niemanden tolerieren kann, der kleine Kinder nicht nur moralisch, sondern auch körperlich ausbeutet. (…)
Ich habe über den Fall Jeffrey Epstein gelesen, weil es mir sehr wehtut, über die gefährliche Gewalt zu lesen, die Kindern und Jugendlichen zugefügt wird. Aber natürlich war es unmöglich, die E-Mails zwischen meinem Freund und Kollegen Noam Chomsky und Epstein zu ignorieren. Ich habe gelesen, was ich konnte, und ich habe gesehen, was ich sehen musste. Noam war ein großartiger Mentor für mich, und wir haben zwei Bücher zusammen geschrieben. (…)
Da Noam nicht sprechen oder schreiben kann, um seine Beziehung zu Epstein zu erklären, ist die Angelegenheit heikel. Es gibt nichts, was man zu seiner Verteidigung sagen könnte. Als die Fotos und E-Mails auftauchten, war ich sofort angewidert von Epsteins Pädophilie und damit auch von Noams Freundschaft zu ihm. (…)
Epstein war ein Mann der extremen Rechten und ein Zionist – ein Sammler mächtiger und einflussreicher Männer, die die Welt in ihr Paradies und unsere Hölle verwandeln wollen. Er stellte Noam Ehud Barak vor, einem Mann, der Anfang der 2000er Jahre mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert war und während seiner Amtszeit als israelischer Premierminister Kriegsverbrechen begangen hatte. (…) Als ich Noam 2021 für unser erstes Buch »The Withdrawal« fragte, ob er sich mit Henry Kissinger getroffen hätte, lachte er und sagte nein. Und doch hatte er sich zuvor – ohne mein Wissen – mit einem Kriegsverbrecher getroffen.
Warum verkehrt man so ungezwungen mit einer Person dieser Gesinnung? Warum bietet man einem Pädophilen Trost und Rat für seine Verbrechen? Ich für meinen Teil bin entsetzt und schockiert.
Das Haus Lateinamerikas (HOLA) in Teheran verurteilte Anfang Februar die Absicht der USA, Kuba vollständig zu belagern und die Energieversorgung zu unterbrechen:
Die vom Präsidenten der Vereinigten Staaten am 29. Januar 2026 erlassene Verordnung (…) bedeutet nicht nur eine neue Stufe politischer und wirtschaftlicher Druckmaßnahmen gegen das kubanische Volk und die Kubanische Revolution. Vielmehr markiert sie durch die vollständige Belagerung der Insel und die Unterbrechung der Energieversorgung Kubas den Beginn eines umfassenden Völkermords, ohne dass ein einziger Schuss fällt. (…)
Heute ist es an der Zeit zu handeln – morgen wird es zu spät sein. Das Haus Lateinamerikas (HOLA) verurteilt diesen Völkermord durch die Instrumentalisierung von Sanktionen und mahnt die BRICS-Mitgliedstaaten – darunter Iran, China, Russland und Brasilien – deutlich, dass es an der Zeit ist, nach den Grundsätzen zu handeln, auf denen die BRICS gegründet und erweitert wurden. Heute ist es an der Zeit, die Belagerung Kubas zu durchbrechen und eine drohende humanitäre Katastrophe zu verhindern. (…)
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.