Ohne ausländische Beschäftigte geht es nicht
Berlin. Zuwanderer spielen auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine immer größere Rolle. Das Beschäftigungswachstum der vergangenen Jahre wurde laut der Bundesagentur für Arbeit (BA) nur noch durch Ausländerinnen und Ausländer getragen, wie aus einer Zusammenstellung anlässlich der Konferenz »Migration und Arbeit« hervorgeht. Während es immer weniger Beschäftigte mit deutscher Staatsangehörigkeit gebe, wüchsen die Anteile bei Lohnabhängigen mit ausländischem Pass, heißt es in dem BA-Papier.
Entsprechend warb Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) bei der Konferenz in Berlin für die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte. In vielen Branchen und Regionen seien gute Leute bereits heute Mangelware. Einen Widerspruch zwischen der Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte, was unter Umständen sogar einen Fachkräftemangel in den Herkunftsländern auslöst, und der Zahl von knapp drei Millionen Erwerbslosen sieht die Ministerin nicht: »Der arbeitslose Schweißer in Kiel ersetzt eben nicht ohne weiteres die Pflegefachkraft in Konstanz.«
Laut Bundesagentur hatte im Jahr 2015 knapp jeder zehnte Beschäftigte eine andere als die deutsche Staatsangehörigkeit. Aktuell liege der Anteil bei 17 Prozent, also mittlerweile jeder sechste Beschäftigte. Dabei verschieben sich die Herkunftsregionen, wie die Behörde feststellt.
Nach neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind in Deutschland viele Beschäftigte für ihren Job überqualifiziert – und Menschen mit Migrationshintergrund sind besonders häufig davon betroffen: Von den Beschäftigten, die aus Zuwandererfamilien stammen, gaben 18 Prozent an, einen höheren Bildungsabschluss zu haben als für ihre Tätigkeit erforderlich. (dpa/jW)
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vom 29.01.2026