Gegründet 1947 Freitag, 13. März 2026, Nr. 61
Die junge Welt wird von 3063 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 27.01.2026, Seite 15 / Natur & Wissenschaft

Neue alte Graffitis in Pompeji entdeckt

Pompeji. Vor rund 70.000 Jahren kritzelten Urmenschen Jagdszenen an Höhlenwände und erfanden damit eine frühe Form der Graffiti. 69.000 Jahre später war diese Kunstform maßgeblich weiterentwickelt und populär geworden, wie neue archäologische Funde im Rahmen des Forschungsprojekts »Corridor Whispers« in Pompeji vergangene Woche nahegelegt haben. Entdeckt wurden unter anderem eine Zeichnung kämpfender Gladiatoren und das Versatzstück einer romantischen Botschaft: »Erato liebt …« In der 79 n. u. Z. vom ausbrechenden Vesuv zerstörten Stadt haben Louis Autin und Eloïse Letellier-Taillefer von der Sorbonne sowie Marie-Adeline Le Guennec von der Universität Québec dank neuer Methode 79 neue Inschriften auf einer etwa 30 Meter langen Wand entdeckt, die als bestens erforscht galt. Beim Reflectance Transformation Imaging (RTI) werden Objekte unter verschiedenen Beleuchtungswinkeln aufgenommen und darauf mittels Kombination von Bildmessungsverfahren und epigraphischen Metadaten selbst nach jahrhundertelanger Erosion kleinste Kratzer sichtbar gemacht. »Diese Technologie ist der Schlüssel, der neue Räume der antiken Welt öffnet«, freute sich Gabriel Zuchtriegel, Direktor der archäologischen Stätte. Das würde Erato gefallen. (Reuters/jW)

Hinweis: In einer vorigen Version dieser Meldung war statt 70.000 und 69.000 Jahren fälschlicherweise von 40.000 und 39.000 Jahren die Rede, wurde der Untergang Pompejis auf 79 n. u. Z. statt auf 79 n. u. Z. datiert.

links & bündig gegen rechte Bünde

Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.

  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Werner H. aus Hamburg (27. Januar 2026 um 12:15 Uhr)
    Den Scherz über »neue alte« Graffitis kann man ja immer mal wieder machen, aber in einem Text zur Kunstgeschichte sollte der korrekte Plural verwendet werden, nämlich Graffiti – ohne s. Oder heißt es in der jW Spaghettis und Espressis? Leider ist offenbar niemandem aufgefallen, dass in der gleichen Ausgabe über die ersten Höhlenzeichnungen vor 76.000 Jahren berichtet wird – nicht erst 40.000. Und die Jahre nicht nach Christi Geburt zu zählen, ist eine gute marxistische Gepflogenheit, allerdings ist der Vesuv 79 nach u. Z. ausgebrochen. Werner Haertel

Mehr aus: Natur & Wissenschaft