Heimgekehrter des Tages: Erich von Däniken
Von Hagen Bonn
Stonehenge, die Pyramiden von Gizeh oder die Moai-Statuen auf der Osterinsel. Sie glauben, Bescheid zu wissen? Von wegen. Bis heute ist nicht gänzlich geklärt, wie diese Bauwerke aus dem Altertum erstanden sind. Erich von Däniken, ohne Studium, also Autodidakt wie Jean-Jacques Rousseau, meinte, diese Bauvorhaben seien mit außerirdischer Hilfe und Technologie entstanden, da die Menschen damals nicht in der Lage gewesen seien, solche Projekte zu stemmen. Und seien wir bitte ehrlich, ein gewisser Bahnhof, »Stuttgart 21« genannt, ist seit 15 Jahren Baustelle. Hinzu kommen 15 Jahre Planungszeit. Dagegen ist die Entstehungszeit des (berüchtigten) Berliner Flughafens mit insgesamt 19 Jahren Plan- und Bauzeit ein wahrer ICE, um im Bild zu bleiben.
Aber von vorn, genauer gesagt von hinten: Erich von Däniken ist am Sonnabend im Alter von 90 Jahren in seiner Schweizer Heimat verstorben, oder ist er heimgekehrt? Ich lernte den Parawissenschaftler in meiner Sturm- und Drangperiode kennen, als ich bei theologischen Studien über ihn stolperte und gleichsam irritiert wie fasziniert war: Religiöse Schriften und Mythen, so von Däniken, seien keine allegorischen Erzählungen, sondern reale Berichte! Der ikonographische Heiligenschein bei Jesus, Maria oder Pu der Bär sei keine übernatürliche Lichterscheinung, sondern die reale Kontur eines Raumfahrerhelms. Ja, liebe Leser, das haben wir nicht gewusst.
Mit der These, vor Jahrtausenden seien hochentwickelte Außerirdische auf der Erde gelandet, um uns hie und da unter die Arme zu greifen, lassen sich alle offenen Fragen leicht lösen. Es handelt sich dabei also um äh … intergalaktische Solidarität! Ist das zu fassen! Dass der Papst dazu nur müde lächelt, soll uns nicht daran hindern, das Gefühl der kosmischen Fürsorge ein wenig zu genießen. Allerdings frage ich mich, wie konnte es geschehen, dass die intergalaktische Solidarität um 1989 herum abrupt endete?
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