Heimvorteil
Rabat. Beim Africa-Cup der Männer ist Gastgeber Marokko am Sonntag durch eine krasse Fehlentscheidung, wenn nicht gar Manipulation, in die nächste Runde gelangt. In den letzten Minuten des Achtelfinalspiels in Rabat wurde Gegner Tansania beim Stand von 1:0 für Marokko ein Elfmeter vorenthalten, nachdem der marokkanische Verteidiger Adam Masina den eingewechselten Iddy Nado im Strafraum zu Fall gebracht hatte. Schiedsrichter Boubou Traoré aus Mali ließ weiterspielen, nutzte auch nicht die Möglichkeit, die Situation im Rahmen des Videobeweises erneut zu prüfen, und verwarnte mehrere tansanische Fußballspieler wegen ihres Protests.
Im Internet kursierte nach dem Spiel ein Video, auf dem zu sehen ist, wie ein Repräsentant des Organisationskomitees in der Halbzeitpause mit den Schiedsrichtern spricht – was Anlass für Spekulationen über eine Einflussnahme gab. Es ist nicht das erste Mal im Wettbewerb, dass die Gastgeber durch Schiedsrichterentscheidungen bevorzugt wurden. Dazu war es bereits während der Gruppenphase des Turniers im Eröffnungsspiel gegen die Komoren und vor allem in der Begegnung gegen Mali gekommen, die 1:1 endete. Mali wiederum hatte am Sonnabend nach einem ebenso verfahrenen wie harten Spiel gegen Tunesien im Elfmeterschießen die nächste Runde erreicht. Im Viertelfinale trifft Marokko nun am Freitag auf eine starke Elf aus Kamerun, während Mali sich am gleichen Tag dem kampfstarken Nachbarn Senegal stellen muss. (jW)
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