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Aus: Ausgabe vom 06.01.2026, Seite 15 / Natur & Wissenschaft

Marode Infrastruktur überwachen

Erlangen. Deutschland hat Sanierungsbedarf. In der BRD gelten rund 8.000 Autobahnbrücken und etwa 18.000 Kilometer Schienen als baufällig. Nicht nur die Wiederinstandsetzung, auch die Überwachung der bestehenden Schäden bereitet Probleme. Damit solche Katastrophen wie der Einsturz der Carolabrücke in Dresden 2024 nicht wieder vorkommen, arbeitet das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen an kostengünstigen Kontrolllösungen. Dazu soll bestehende Technik neu genutzt werden, vor allem Radarsensorik, die bisher in der Automobilbranche für Funktionen im Bereich autonomes Fahren verwendet wurde. »Denkbar sind zum Beispiel sogenannte MEMS-Sensoren, bisher nur in Fahrzeugen oder auch Handys verbaut, die einen Bruch in den Spanndrähten von Spannbetonbrücken ›hören‹ können«, erklärt Christoph Sohrmann vom Fraunhofer-Institut laut einer Pressemitteilung. In einem Labor der TU Dresden in Bautzen testen die Forscher den Einsatz von Radarsensorik an einer 45 Meter langen Versuchsbrücke und arbeiten daran, sie an die speziellen Anforderungen anzupassen. Ziel soll es sein, dass die bestehende Infrastruktur nicht nur bei Verdacht, sondern dauerhaft überwacht werden kann. (jW)

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