Prometheus war Brite
Von Marc Püschel
Das gezielte Entzünden von Feuer war der wichtigste Fortschritt in der frühen Menschheitsentwicklung. Es half nicht nur bei der Abwehr von Feinden, sondern ermöglichte durch das Kochen auch, die Nahrungsaufnahme sicherer und effizienter zu machen, wodurch wohl das Wachstum des Gehirns entscheidend gefördert wurde. Bislang ist aber immer noch unklar, wann dieser Schritt vom Aufnehmen natürlich entstandenen Feuers hin zum Selbstentzünden gelang. Als älteste Nachweise für diesen Übergang galten bislang Funde in Frankreich, die darauf deuten, dass vor 50.000 Jahren die Neandertaler dort als erste das Feuer kontrollierten.
Ein Team von Archäologen um Rob Davis und Nick Asthon vom British Museum in London ist nun auf deutlich ältere Spuren gestoßen. Laut ihrer in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Studie ergaben Analysen einer altsteinzeitlichen Feuerstelle von frühen Neandertalern im heutigen englischen Dorf Barnham in Suffolk, dass dort vor rund 400.000 Jahren mehrfach Feuer entfacht wurde. Als wichtigstes Indiz dafür, dass wirklich planmäßig Feuer entzündet wurde, wird der Fund von Eisenpyrit angeführt. Das Mineral, umgangssprachlich auch »Katzengold« genannt, ist zusammen mit Feuerstein ideal zum Schlagen von Funken und wurde später in der Menschheitsgeschichte oft zum Feuermachen verwendet. Da in der Nähe der Stelle Pyrit nur selten vorkommt, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass es gezielt für das Feuermachen dorthin gebracht wurde.
Die Befunde stoßen aber nicht bei allen Kollegen der Archäologen auf Zustimmung. Wil Roebroeks von der Universität Leiden merkte laut National Geographic kritisch an, dass die Autoren der Studie »die Evidenz etwas weit ausdehnen«. Andere Archäologen verweisen darauf, dass selbst wenn die Barnham-Funde stimmen, die Praxis des Feuerentzündens in der Frühzeit der Menschheit nicht weit verbreitet war.
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Leserbrief von Onlineabonnent/in Heinrich H. aus Stadum (21. Dezember 2025 um 15:39 Uhr)Logisch, dass »die Praxis des Feuerentzündens in der Frühzeit der Menschheit nicht weit verbreitet« war. Die Menschheit war in der Frühzeit nämlich nicht weit verbreitet, jedenfalls was die Breitheit ihrer Dichtheit anbelangt. Dazu die Google-KI: »die Gesamtzahl der Menschen war extrem klein und bestand nur aus Tausenden bis vielleicht einigen Zehntausend Individuen weltweit, verteilt über kleine, isolierte Populationen«.
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