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Israel fährt Angriffe auf Gaza hoch

Tel Aviv. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will eine Rückkehr der Geiseln aus dem Gazastreifen erreichen, ohne die Forderung der Hamas nach einem Ende des Krieges zu erfüllen. »Ich glaube, wir können unsere Geiseln nach Hause bringen, ohne uns den Diktaten der Hamas zu beugen«, sagte Netanjahu am Sonnabend und kündigte eine Fortsetzung des Militäreinsatzes im Gazastreifen an. Dieser habe ein »kritisches Stadium« erreicht, sagte der Regierungschef. Israel brauche »Geduld und Entschlossenheit, um zu gewinnen«. Flankiert wurden Netanjahus Aussagen vom faschistischen Finanzminister Bezalel Smotrich, der sich auf X für »eine vollständige Besetzung des Gazastreifens« aussprach und forderte, »den Kriegsmodus zu ändern«.

Allein von Freitag abend bis Samstag abend flog die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben rund 150 Attacken gegen »Terroristen und Terrorinfrastruktur« in der Enklave. Im Lauf der letzten sieben Tage seien 300 Ziele, seit Wiederaufnahme der Kampfhandlungen am 18. März bereits mehr als 1.400 Ziele aus der Luft angegriffen worden, hieß es weiter. In dem großflächig zerstörten Küstengebiet leben gut zwei Millionen Palästinenser. Die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA berichtete gleichentags, dass in den vergangenen 24 Stunden 92 Palästinenser getötet und 219 weitere verletzt worden seien.

Derweil räumte Israels Militär ein, dass es bei der Tötung von 15 palästinensischen Sanitätern und Zivilschutzmitarbeitern vor knapp einem Monat ein »operatives Missverständnis« gegeben habe. Weiter heißt es in der am Sonntag veröffentlichten Untersuchung, dass es beim Beschuss eines UN-Fahrzeugs einen klaren Regelverstoß gegeben habe. Empfohlen werden Disziplinarmaßnahmen gegen die befehlshabenden Offiziere. (AFP/dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 22.04.2025, Seite 7, Ausland

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