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»Budapest-Komplex«: Paris stoppt Auslieferung

Paris. Im Zusammenhang mit dem sogenannten Budapest-Komplex ist in Frankreich die Auslieferung des Antifaschisten »Gino« an Ungarn abgelehnt worden. Der Berufungsgerichtshof von Paris begründete den Beschluss vom Mittwoch insbesondere mit »Risiken der Verletzung von Rechten, die durch Artikel des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) garantiert werden«, wie Le Figaro meldete. Das Gericht folgte damit der Argumentation der Verteidiger Laurent Pasquet-Marinacce und Youri Krassoulia. Der albanische Staatsbürger war im November von der französischen Polizei festgenommen worden, Grundlage war ein von der ungarischen Staatsanwaltschaft angestrengter europäischer Haftbefehl gegen »Gino« und weitere Aktivisten. Der Antifaschist verließ den Gerichtssaal in Begleitung seiner Familie unter dem Beifall von Unterstützern. Gegenüber AFP begrüßte er »eine sehr positive Entscheidung«, »nicht nur« für ihn, sondern auch für die anderen Verfolgten. Seit Auseinandersetzungen am »Tag der Ehre« in Budapest im Februar 2023 verfolgt Ungarn europaweit Linke, die mutmaßlich Teilnehmer des Faschoaufmarschs attackiert haben sollen. Luc Śkaille

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.04.2025, Seite 6, Ausland

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