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Igel: Voller Schadstoffe

Lund. Igel gehören in Deutschland zu den bedrohten Arten. Nicht nur deswegen gelten die kleinen Säugetiere mit den Stacheln, die von Spinnen über Regenwürmer und Schnecken so ziemlich alles fressen, als Bereicherung für jeden Garten. Sie zu beobachten mache vor allem Kindern großen Spaß, wie der Naturschutzbund Deutschland betont. Wie nun ein Forscherteam der schwedischen Universität Lund um die Biologin Maria Hansson herausgefunden hat, ist der Kontakt mit dem kleinen Allesfresser aber möglicherweise nicht ganz unproblematisch. Hansson und Kollegen haben die Schadstoffbelastung von Igeln im Süden Schwedens untersucht und mehr als 50 schädliche Substanzen festgestellt, darunter Schwermetalle, Pestizide und Weichmacher in hoher Konzentration. Da Igel diese Substanzen über ihre tierische Nahrung aufnehmen, gibt die Schadstoffbelastung zugleich Auskunft über die städtische Umweltverschmutzung. Die Konzentration der Schadstoffe liegt teilweise deutlich oberhalb der für Säugetiere als giftig geltenden Schwellenwerte. »Da Igel Säugetiere wie wir sind, ist es besorgniserregend, Stoffe zu finden, von denen wir wissen, dass sie Hormonstörungen verursachen, krebserregend sind oder die menschliche Fortpflanzung beeinträchtigen«, schreibt Hansson in der Fachzeitschrift Environmental Pollution. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.04.2025, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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