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Älteste Werkstatt für Knochenwerkzeuge

Madrid. Archäologen um Ignacio de la Torre vom Spanischen Nationalen Forschungsrat haben in der Olduvai-Schlucht in Tansania 27 verschiedene Knochenwerkzeuge entdeckt. Den Datierungen nach sind die Fundstücke 1,5 Millionen Jahre alt und damit etwa eine Million Jahre älter als die bislang ältesten Knochenwerkzeugfunde. Bei den gefundenen Knochen handelt es sich um Beinknochenfragmente, die meisten von ihnen stammen von Flusspferden und Elefanten. Die Knochen sind zu scharfen, schweren Werkzeugen mit bis zu 38 Zentimetern Länge geformt worden. De la Torre und seine Kollegen gehen davon aus, dass sie einst zur Bearbeitung von Tierkadavern genutzt wurden, wahrscheinlich zur Gewinnung von Fell oder Fleisch. Die Funde konnten einstweilen keiner frühzeitlichen Gattung zugeordnet werden. Zur Zeit der Herstellung lebten in der Region sowohl Exemplare des direkten menschlichen Vorfahren Homo erectus als auch Vertreter einer anderen Hominidenart, Paranthropus boisei. Zwar galt, dass Vor- und Frühmenschen bereits vor 1,5 Millionen Jahren Werkzeuge aus Knochen gefertigt haben, nicht als ausgeschlossen. Dennoch ging man davon aus, dass dergleichen nur spontan und ad hoc vorgekommen ist. Die jetzigen Funde bezeugen ein systematisches und organisiertes Vorgehen. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.03.2025, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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