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UNO gegen Trump-Plan für Gaza

Gaza-Stadt. Die Vereinten Nationen haben die Idee von US-Präsident Donald Trump zur Deportation der palästinensischen Bewohner des Gazastreifens in arabische Länder entschieden abgelehnt. »Natürlich wären wir gegen jeden Plan, der zur Zwangsumsiedlung von Menschen führen könnte oder zu irgendeiner Art ethnischer Säuberung«, erklärte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, Stéphane Dujarric, am Montag abend (Ortszeit) in New York. Trump hatte vor Journalisten gesagt, Ägypten und Jordanien könnten die Bewohner Gazas aufnehmen.

Ebenfalls am Montag kehrten Hunderttausende palästinensische Vertriebene in ihre verwüsteten Wohngebiete im Norden des Gazastreifens zurück. Videoaufnahmen in Social Media zeigten kilometerlange Schlangen von Menschen, die zu Fuß auf einer ausgewiesenen Route am Meer unterwegs waren. Rückkehrer mit Auto müssen einen Kontrollpunkt passieren, den Söldner eines US-amerikanischen und eines ägyptischen Unternehmens kontrollieren. Trotz der geltenden Waffenruhe verloren nach Angaben eines Krankenhauses bei israelischen Angriffen im Flüchtlingsviertel Nuseirat zwei Menschen ihr Leben und wurden weitere verletzt. Zudem starb laut Augenzeugen ein Kind, als ein Pferdegespann von einer Rakete getroffen wurde. Ein Mann sei zudem durch israelischen Beschuss einer Planierraupe getötet worden.

Während der ersten Phase der Waffenruhe sollen insgesamt 33 israelische Geiseln und Kriegsgefangene gegen 1.904 palästinensische Häftlinge ausgetauscht werden. Acht der 33 Entführten sind nach Angaben der Hamas jedoch tot, die anderen seien am Leben. Bisher hat die Hamas sieben junge Frauen im Austausch gegen 290 Häftlinge freigelassen. Der Palästinensische Islamische Dschihad (PIJ) veröffentlichte israelischen Medien vom Montag zufolge ein Video der deutsch-israelischen Geisel Arbel Yehud. Ihre Freilassung wurde für Donnerstag angekündigt. Sie sollte eigentlich am Sonnabend freikommen. Dafür wurden jedoch vier Soldatinnen freigelassen. Israel nutzte dies als Begründung, um die Rückkehr der Vertriebenen in den Norden des Gazastreifens zu verzögern.

Wie das Kuds News Network außerdem am Dienstag auf X postete, haben israelische Einsatzkräfte den Anführer der »Islamischen Bewegung in Israel«, Scheich Raed Salah, in Umm Al-Fahm festgenommen. (Reuters/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 29.01.2025, Seite 6, Ausland

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