Finanzaufsicht: Viele Lebensversicherungen zu teuer

Frankfurt am Main. Die Finanzaufsicht Bafin ermahnt deutsche Lebensversicherer unter anderem wegen hoher Kosten bei ihren Produkten. »Lebensversicherungen sollen den Absicherungsbedürfnissen und den Renditeerwartungen der Kundinnen und Kunden gerecht werden. Das klingt wie eine Selbstverständlichkeit, ist es aber leider nicht«, kritisierte Bafin-Exekutivdirektorin Julia Wiens. Mehrere Versicherer müssten dringend nachbessern. Dabei geht es der Bafin besonders um den Vertrieb und die Höhe der sogenannten Effektivkosten. Diese geben an, wie stark die jährliche Rendite durch die Kosten gemindert wird.
Der Bafin sind einige Lebensversicherungsprodukte mit sehr hohen Stornoquoten aufgefallen – speziell in den ersten Jahren nach Vertragsabschluss, in denen ein großer Teil der Kosten anfalle. Ein hohes Frühstorno könne ein Hinweis dafür sein, dass die Produkte außerhalb des für sie bestimmten Zielmarktes vertrieben wurden, hielt die Bafin fest. Die Bafin hatte im Mai 2023 in einem Schreiben zu kapitalbildenden Lebensversicherungsprodukten dargelegt, was sie von den Anbietern erwartet. Parallel hatte sie Produkte am Markt analysiert. Inzwischen habe die Bafin 13 Lebensversicherer einer Prüfung unterzogen. »Was wir bislang herausgefunden haben, entspricht nicht unseren Erwartungen«, kritisierte Wiens bei einer Veranstaltung des Handelsblatts. Wenn die Bafin Missstände feststelle, werde sie einschreiten. Die Behörde könne etwa den Vertrieb von Produkten untersagen oder Maßnahmen gegenüber Vorstandsmitgliedern verhängen, wenn deren fachliche Eignung in Frage stehe, sagte Wiens. (dpa/jW)
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