Zum Inhalt der Seite

Scholz sagt Staatseinstieg bei Meyer-Werft zu

Papenburg. Bund und Länder werden bei der Meyer-Werft im niedersächsischen Papenburg einsteigen und vorübergehend die Mehrheit an dem Unternehmen übernehmen. Die Werft sei »ein Trumpf, den wir nicht aufgeben dürfen und den wir nicht aufgeben werden«, verkündete Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Donnerstag bei einer Betriebsversammlung des Unternehmens. Wegen des zusammengebrochenen Tourismusmarktes während der Covid-Krise hatte die Werft bestehende Aufträge zeitlich gestreckt. Allerdings sehen die Verträge keine Preisanpassungen an die gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise vor. Wegen der Verluste war aus Sicht der Banken die Kreditwürdigkeit nicht mehr gegeben. Im Schiffsbau werden 80 Prozent des Kaufpreises erst bei Ablieferung des Schiffes bezahlt. Den Bau muss die Werft daher zwischenfinanzieren. Bis 2027 benötigt die Werft fast 2,8 Milliarden Euro. (dpa/Reuters/jW)

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 23.08.2024, Seite 1, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
→ Leserbriefe
  • Onlineabonnent*in Christoph H. aus W. 22. Aug. 2024 um 22:55 Uhr
    Papenburger Kantinengespräch, nicht lange her. MEYERMANAGER 1: Wir gehen bei unserem Angebot für den Cruiser nochmal mit dem Preis runter. Dann kriegen wir den Zuschlag todsicher. MEYERMANAGER 2: Ja – aber wenn die Energiepreise anziehen oder die Rohstoffe teurer werden? Dann sind wir ratzfatz zahlungsunfähig. MEYERMANAGER 1: Na und? Scholz höchstpersönlich wird uns raushauen. Systemrelevanz und so. Er kann dann endlich mal den Volkstribun und Arbeiterretter spielen. Die Rechnung begleichen Busfahrer oder Krankenschwestern oder was weiß ich, wer heute noch Steuern zahlt. Die sind den Sozis längst egal. Und schöner Nebeneffekt: Unsere Konkurrenz mit den hohen Preisen und den wenigen Aufträgen muss leider, leider gleichzeitig ein bisschen Kapazität abbauen. Ganz ohne Aufsehen. MEYERMANAGER 2: Ich nehm ’nen Cappuccino.
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!