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Algen: Seltener Evolutionssprung

Santa Cruz. Eine Forschungsgruppe um die Molekularbiologen Tyler H. Coale und Valentina Loconte von der University of California hat an einer Algenart eine Anomalie der Evolution nachgewiesen, für die es bislang nur wenige andere Beispiele gibt. Hin und wieder funktionieren Zellen einen fremden Organismus in eigenes Organell um, in der Regel geschieht das mit einem Bakterium. Auf die Art entstanden etwa die Mitochondryen, die als Energiequellen eukaryotischer Zellen wirken. Ebenso die Chloroplasten, mit deren Hilfe Pflanzen Sonnenlicht in Energie umsetzen. Das Forschungsteam in Santa Cruz kam nun zu dem Ergebnis, dass ein Zyanobakterium erst recht spät, vor rund 90 Millionen Jahren, seine Selbständigkeit verloren hat, es produziert in seinem heutigen Zustand als Organelle Ammoniak für die Alge Braarudosphaera ­bigelowii. Die Pflanze und ihre nächsten Verwandten sind dadurch die einzigen bekannten höheren Lebewesen, die den Stickstoff der Atmosphäre selbständig verarbeiten können. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.06.2024, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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