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Sportpolitik

Nicht einverstanden

Frankfurt am Main. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat die abschätzigen Äußerungen seines Vize Hermann Winkler über den ukrainischen Staatschef Wolodimir Selenskij scharf verurteilt und weitere Gespräche angekündigt. Er halte das Vorgehen Winklers mit den Grundsätzen des Deutschen Fußballbundes für unvereinbar, ließ Neuendorf am Montag mitteilen. Er habe die Äußerungen als unerträglich und beleidigend empfunden und Winkler das in einem Gespräch klargemacht. Der Fall solle am Mittwoch bei einer Konferenz der Regional- und Landesverbandspräsidenten weiterdiskutiert werden. Winkler hatte Selenskij am Sonntag in einem Facebook-Post als »ehemaligen ukrainischen Schauspieler« bezeichnet, aufgrund dessen Besuch in Berlin durch eine »Allgemeinverfügung« die Innenstadt weitestgehend abgeriegelt und »die Spree für Touristen teilweise gesperrt« sei. Dazu stellte der Präsident des Sächsischen Fußballverbandes ein Bild des Sowjetischen Ehrenmals im Stadtteil Treptow. Der Funktionär ist inzwischen zurückgerudert und hat am Montag auf Facebook eine Entschuldigung veröffentlicht: Er verurteile den »Krieg und die Aggression Putins«, sei allerdings »auch nicht mit allem, was Selenskij macht, persönlich einverstanden«. (dpa/sid/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 16.05.2023, Seite 16, Sport

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  • René Osselmann aus Magdeburg 19. Mai 2023 um 15:46 Uhr
    Ich frage mich, wo ist das denn bitte schön lästern, was der DFB-Vize Hermann Winkler über den Präsidenten der Ukraine Wolodimir Selensij auf seinem privaten Instargram-Account gepostet hat? Jetzt wird Herrmann in den bürgerlichen Medien durch den Kakao gezogen, es wird sogar davon gesprochen, dass er sein Job beim DFB verlieren kann! Ja, es war eventuell ein wenig spitzfindig, aber warum darf Mensch in der heutigen Zeit nicht erwähnen, dass der Staatschef der Ukraine, Selensij, ein »ehemaliger« Schauspieler gewesen ist, es ist doch aber die Wahrheit! Es war in meinen Augen auch keine Beleidigung und ich würde es auch nicht so ansehen, eventuell etwas überspitzt, aber mehr nun wirklich nicht! Und wenn Hermann Winkler wirklich jetzt sein Job beim DFB verlieren sollte, dann bekomme ich glatt denn Gedanken: wenn Du nicht alles so sagst, wie wir es wollen und was uns genehm ist, dann musst Du halt mit Konsequenzen rechnen, bis hin zum Jobverlust oder was auch immer! Nachtigall ick hör dir trapsen …, ja da fühlt man sich an dunkle Zeiten zurückerinnert!
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