Reparationsfrage: Scharfe Worte aus Warschau

Warschau. Polen hat die formelle Absage Deutschlands an Verhandlungen über mögliche Reparationen für im Zweiten Weltkrieg erlittene Schäden heftig kritisiert. »Wir erkennen diese deutsche Position nicht an, wir weisen sie in ihrer Gesamtheit als absolut unbegründet und fehlerhaft zurück«, erklärte Vize-Außenminister Arkadiusz Mularczyk am Mittwoch. Die Regierung in Warschau hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Bundesregierung die Bitte um Verhandlungen über die polnischen Reparationsforderungen förmlich abgelehnt habe. Diese Antwort sei »überraschend«, erklärte Mularczyk am Mittwoch; der deutsche Staat könne »eine Frage nicht abschließen, die niemals eröffnet wurde«. Bis heute »sehen wir keinen Willen oder Wunsch« von Seiten Deutschlands, »das Unrecht und die Schäden« des Krieges wiedergutzumachen, erklärte der Vize-Außenminister.
Ein Sprecher des Auswärtigen Amts hatte am Dienstag erklärt, dass die Bundesregierung »die Verbalnote Polens vom 3. Oktober 2022 beantwortet« habe. Er machte aber keine Angaben zum Inhalt des Schreibens. Die Bundesregierung verweist darauf, dass Polen 1953 den Verzicht auf deutsche Reparationen erklärt und dies danach mehrfach bestätigt hatte. (AFP/jW)
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