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22.11.2022
- → Sport
Schwacher Trost
Doha. Der Fußballweltverband FIFA hat das Verbot der »One-Love«-Kapitänsbinde mit den von allen Teilnehmern anerkannten WM-Regularien begründet. Explizit hob der Verband in einer Mitteilung vom Montag den Artikel 13.8.1 der Ausrüstungsregeln hervor: »Für FIFA-Finalwettbewerbe muss der Kapitän jeder Mannschaft eine von der FIFA gestellte Armbinde tragen.« Die FIFA unterstütze Kampagnen wie »One Love«, aber dies müsse im Rahmen der allen bekannten Regeln erfolgen.
Zuvor hatten die Verbände aus Deutschland, Dänemark, England, Wales, Belgien, der Schweiz und den Niederlanden mitgeteilt, ihre Kapitäne nicht wie geplant mit der »One-Love«-Binde auflaufen zu lassen. Begründet wurde dieser Schritt mit der Drohung der FIFA, die betreffenden Spieler würden eine gelbe Karte erhalten. Geldstrafen, wie normalerweise bei solchen Vergehen üblich, hätte man in Kauf genommen. Als Folge könnten die Spielführer der Teams nun mit vom Weltverband bereitgestellten Armbinden auflaufen. Diese sollen an jedem Spieltag eine andere Antidiskriminierungsbotschaft verbreiten. Der erste Spieltag steht unter dem Motto »Fußball verbindet die Welt«.
Überhaupt nicht erfreut über das Verbot ist die Fanorganisation Football Supporters’ Association (FSA): »Heute sind LGBT+-Fußballfans und ihre Verbündeten wütend. Heute fühlen wir uns verraten«, schrieb die FSA in einem Statement, das am Montag auf Twitter gestellt wurde. (dpa/jW)
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