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09.05.2022, 18:53:52 / Kapital & Arbeit

Spekulation auf Agrarmärkten: Kritik an »Zockerei«

Weizenernte in Indien
Weizenernte in Indien

Berlin. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch fordert angesichts steigender Preise auf den Agrarmärkten infolge des Ukraine-Krieges stärkere Schranken gegen preistreibende Finanzwetten. Angesichts drohender Hungerkrisen in manchen Ländern sei »Zockerei« auf Agrarrohstoffpreise unerträglich, sagte Foodwatch-Strategiedirektor Matthias Wolfschmidt. »Es braucht Transparenz darüber, wer über welche Getreidereserven verfügt – nur so kann der Angst vor Knappheit begegnet werden.« Die EU müsse wirksame Spekulationslimits festlegen und so Wetten auf steigende Preise beenden, lautet seine Forderung.

Preise stiegen, weil Unternehmen und Regierungen befürchteten, nicht mehr genug Weizen, Sonnenblumenöl oder andere Grundnahrungsmittel kaufen zu können, sagte Wolfschmidt. Finanzspekulanten befeuerten dies zusätzlich, indem sie auf steigende Preise an Rohstoffbörsen wetten. Die Finanzindustrie sei schon jetzt ein Gewinner des russischen Angriffs, kritisierte Foodwatch. Aufsichtsbehörden in der EU und den USA fehlten weiterhin wirksame Instrumente, um Spekulation zu begrenzen. (dpa/jW)

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