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Rassistische US-Justiz: Posthume Begnadigungen ausgesprochen

Foto: Henry Burroughs/AP Photo
Demonstration am 30. Januar 1951 vor dem Weißen Haus in Washington zur Rettung der »Martinsville Seven«

Richmond. Rund 70 Jahre nach ihrer Hinrichtung hat der US-Bundesstaat Virginia sieben wegen Vergewaltigung verurteilte schwarze Männer posthum begnadigt. Damit werde zwar nicht die Schuldfrage geklärt, teilte der Gouverneur von Virginia, Ralph Northam, am Dienstag mit. Es werde aber festgestellt, dass die Männer ohne angemessenes Gerichtsverfahren verurteilt worden seien, die Todesurteile seien rassistisch motiviert gewesen. »Hier geht es darum, Unrecht zu korrigieren.«

Der Fall ist als »Martinsville Seven« in den USA bekannt. Die größtenteils recht jungen Männer sollen 1949 eine weiße Frau in dem Ort vergewaltigt haben. Die Angeklagten seien von Geschworenen verurteilt worden, bei denen es sich ausschließlich um weiße Männern gehandelt habe, so der Gouverneur. Einige der Angeklagten seien zum Zeitpunkt der Festnahme beeinträchtigt oder nicht in der Lage gewesen, die von ihnen unterzeichneten Geständnisse zu lesen. Keiner habe während des Verhörs einen Anwalt dabei gehabt.

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Alle sieben Männer wurden 1951 innerhalb weniger Tage auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Es handele sich um die größte Gruppenhinrichtung für ein Verbrechen mit einem Opfer in der Geschichte Virginias und wohl auch in den USA, hieß es in der Begnadigung. Damals stand auf Vergewaltigung die Todesstrafe. Später urteilte der Oberste Gerichtshof, dass die Verhängung der Todesstrafe für Vergewaltigung unverhältnismäßig sei. (dpa/jW)

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Erschienen am 01.09.2021, Ausland

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