Zum Inhalt der Seite

US-Bundesstaat will mit Zyklon B hinrichten

Phoenix. Im US-Bundesstaat Arizona sollen zum Tod verurteilte Häftlinge künftig mit Zyklon B hingerichtet werden. Dafür wurde extra eine 1946 gebaute Gaskammer wieder in Betrieb genommen. Das schrieben mehrere deutsche Medien am Dienstag. Zuerst hatte am Freitag der britische Guardian darüber berichtet, der im Besitz von Dokumenten der zuständigen US-Behörde ist. Das Gas Zyklon B wurde in den Vernichtungslagern der Nazis eingesetzt. (jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 02.06.2021, Seite 7, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
→Leserbriefe
  • Thomas Rehlich aus Wuppertal 3. Juni 2021 um 11:39 Uhr
    Wehrte Genossen/innen, ein bißchen arg reißerisch und auch wenn andere deutsche Medien es ebenso kolportieren (z.B. der Tagesspiegel) fände ich es angebrachter Sie blieben bei der Formulierung, wie sie sich im Guardian fand: »The state of Arizona is preparing to kill death row inmates using hydrogen cyanide, the same lethal gas that was deployed at Auschwitz.« (1) Denn ja, das Gas und der Wirkmechanismus beim Menschen ist gleich, alles andere aber nicht. Zyklon B besteht aus Blausäure getränkten Gipspellets, in den US-Gaskammern kommt Kaliumzyanid zur Anwendung, das in ein Säurebad geschüttet wird, nicht nur in Arizona (2). Und was immer man/frau über die US-Administration auch denkt, es sind keine Nazis. Industrieelle Massenvernichtung hier, Vollzug der Todesstrafe dort. (1) www.theguardian.com/us-news/2021/may/28/arizona-gas-chamber-executions-documents (2) de.wikipedia.org/wiki/Gaskammer_(Todesstrafe)
  • Onlineabonnent*in Reinhold H. aus Niederselters 2. Juni 2021 um 19:17 Uhr
    Ich bin der Meinung, dass die Todesstrafe generell barbarisch ist. Doch die staatliche Mordmethode mit Zyklon B ist die Krönung der Barbarei. Das Giftgas blockiert die Sauerstoffaufnahme der roten Blutkörperchen, den Erythrozyten. Dadurch kann der Sauerstoff von der Lunge nicht mehr zu den Körperzellen transportiert werden. Der Mensch erstickt bei vollem Bewusstsein, der Todeskampf kann sehr lange dauern.
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!