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Aus: Ausgabe vom 31.10.2020, Seite 15 / Geschichte

Anno … 45. Woche

1895, 8. November: Der Würzburger Physikprofessor Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt die von ihm so benannten »X-Strahlen«, die ihm zu Ehren später in Röntgenstrahlen umbenannt werden (im Englischen nach wie vor X-Rays). Die Entdeckung, die er patentfrei zur Verfügung stellt, revolutioniert die medizinsche Diagnostik und beeinflusst die Entwicklung der Atomphysik maßgeblich. Für seine Leistung erhält der Wissenschaftler 1901 den ersten Nobelpreis für Physik.

1950, 7. November: In der Bundesrepublik wird der Inlandsgeheimdienst »Bundesamt für Verfassungsschutz« gegründet. Die Initiative geht von den Alliierten Hohen Kommissaren Frankreichs, Großbritanniens und der USA aus. Zahlreiche Ämter des Geheimdienstes, der seinen ersten Standort in Köln hat, werden in der Folge mit ehemaligen Gestapo- und anderen Nazikadern besetzt.

1950, 8. November: In Berlin tritt die Volkskammer der DDR zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Als erster Präsident des Parlaments wird Johannes Dieckmann, Funktionär der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands, gewählt. Vizepräsidenten werden Hermann Matern, Ernst Goldenbaum, Vincenz Müller und Gerald Götting.

1960, 8. November: John Fitzgerald Kennedy wird zum 35. Präsidenten der USA gewählt. Der vergleichsweise junge Politiker und erster katholischer Präsident des Landes gilt vielen in den USA als demokratischer Hoffnungsträger, unter seiner Regierung werden aber unter anderem die Aggressionen gegen Kuba und Vietnam verstärkt. Die Hintergründe seiner Ermordung im November 1963 sind bis heute nicht aufgeklärt.

1995, 7. November: Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bekräftigt das sogenannte Soldaten-Urteil. Damit wird eine vorangegangene Verurteilung von vier Pazifisten, die das Zitat »Soldaten sind Mörder« von Kurt Tucholsky verwendet hatten, aufgehoben. Das Gericht legt fest, dass die Aussage nur dann als Beleidigung gilt, wenn sie gegen einzelne Soldaten gerichtet ist.

2000, 2. November: Die Internationale Raumstation ISS wird erstmals dauerhaft besetzt. Mit einem von Baikonur in Kasachstan aus gestarteten Sojus-Raumschiff fliegen der Astronaut William McMichael Shepherd (USA) sowie die Kosmonauten Juri Pawlowitsch Gidsenko und Sergei Konstantinowitsch Krikaljow (beide Russland) zur ISS und richten dort die wichtigsten Funktionen der Station ein. Sie bleiben bis zur Ablösung durch eine andere Besatzung am 18. März 2001 an Bord.

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