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Brasilien: Entlassung von Minister gefordert

Brasília. Wegen der fortgesetzten Rodungen im Amazonas haben mehrere Staatsanwälte in Brasilien die Entlassung von Umweltminister Ricardo Salles gefordert. Sie warfen dem Minister in einer am Montag veröffentlichten Erklärung vor, Schutzmaßnahmen zum Erhalt des Amazonas-Regenwaldes außer Kraft gesetzt zu haben. In der von zwölf Staatsanwälten herausgegebenen Erklärung hieß es, Salles habe das Budget des Umweltministeriums um 25 Prozent gekürzt und einen Fonds für die Bekämpfung der Abholzung im Regenwald eingefroren. Die Staatsanwälte beschuldigten ihn auch der »Unredlichkeit« und der Verfolgung von Interessen, die nichts mit seinem Amt zu tun hätten. Sie verlangten die Aussetzung der politischen Rechte des Ministers und die Verhängung einer Geldstrafe. In einer an die Öffentlichkeit gelangten Videoaufnahme von einer Kabinettssitzung ist zu hören, wie Salles vorschlägt, die Coronapandemie zu nutzen, um die Umweltauflagen für den Regenwald zugunsten von Bergbau und Landwirtschaft zu umgehen.

(AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.07.2020, Seite 7, Ausland

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