Zum Inhalt der Seite

Altbundespräsident Gauck wirbt für enge Kooperation mit Erdogan

Foto: Jörg Carstensen/dpa
Die DDR empfand der »Zonenpfaffe« Gauck zumindest im Nachhinein als schlimme Diktatur. Im Fall der Türkei sieht er das nicht so eng.

Berlin. Nachdem die Türkei im vergangenen Jahr neben Syrien und dem Irak eines der Hauptherkunftsländer von Asylsuchenden in Deutschland war, mahnt Altbundespräsident Joachim Gauck zur verstärkten Zusammenarbeit mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in der Flüchtlingspolitik. »Wenn man auf diesem Gebiet die Erwartungen der Türkei an finanzielle Unterstützung erfüllt, wäre das gut«, sagte Gauck am Donnerstag der Deutschen Presseagentur in Berlin, einen Tag vor einer Türkei-Reise von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). »Wir sind in Europa in einer schwierigen Position, und wir brauchen eine gewisse Unterstützung von Erdogan.«

Merkel trifft Erdogan an diesem Freitag in Istanbul. Es soll nach Angaben der Bundesregierung um aktuelle Fragen gehen. Ankara sieht den EU-Beitrittsprozess, die Visaliberalisierung mit der EU und das Thema Zollunion im Fokus. Auch der Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei von 2016 dürfte Thema sein. Er sieht finanzielle Unterstützung für die Türkei zur Versorgung von Flüchtlingen vor. Im Gegenzug soll Ankara gegen irreguläre Migration vorgehen. Erdogan hat wiederholt angekündigt, die Grenzen zu öffnen und mehr Flüchtlinge aus Syrien nach Europa zu lassen, sollte er nicht mehr Hilfe bekommen für die Millionen Flüchtlinge aus Syrien, die die Türkei beherbergt – während eigene Staatsbürger seit dem gescheiterten Putschversuch im Sommer 2016 verstärkt flüchten. (dpa/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen am 24.01.2020, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!