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08.11.2019, 19:04:58 / Kapital & Arbeit

Windkraftanlagenhersteller Enercon streicht 3.000 Stellen

Proteste von Enercon-Mitarbeitern vor dem niedersächsischen Wirt
Proteste von Enercon-Mitarbeitern vor dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium (15.8.2018)

Aurich. Der Windkraftanlagenhersteller Enercon hat einen umfassenden Stellenabbau angekündigt und die Energiepolitik der Bundesregierung scharf kritisiert. Allein bei Enercon werden rund 3.000 Arbeitsplätze gestrichen, hieß es aus Branchenkreisen. In der Windindustrie insgesamt dürften mehrere tausend Jobs betroffen sein, sagte der Chef der Enercon-Geschäftsleitung, Hans-Dieter Kettwig, am Freitag in Aurich.

Zur Begründung verwies das Unternehmen auf die Energiepolitik der Bundesregierung, die zu einem Einbruch des Markts für Windenergie an Land geführt habe. »Die aktuelle Energie- und Klimapolitik gefährdet nicht nur über Jahre aufgebautes Know-how und Arbeitsplätze in unserer Branche, sondern auch den Klimaschutz und die Energiewende insgesamt«, sagte Kettwig. Das Marktvolumen habe sich 2019 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 90 Prozent reduziert.

»Es droht ein dramatischer Kahlschlag in der Windindustrie«, warnte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken. »Für die Region Ostfriesland ist das eine katastrophale Meldung.« Der Grünenfraktionsvize im Bundestag, Oliver Krischer, machte die Energiepolitik der Bundesregierung für den Stellenabbau bei Enercon verantwortlich. »Während weltweit die Windenergie boomt, bricht in Deutschland die Industrie zusammen«, sagte Krischer. »Die Bundesregierung treibt nach der Photovoltaik gerade eine weitere Zukunftsbranche aus den Land.«

Enercon ist einer der größten deutschen Hersteller der Branche. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Konzern angekündigt, sich stärker international auszurichten und in seinen deutschen Werken rund 800 Arbeitsplätze zu streichen. Im ersten Halbjahr 2019 war der Ausbau der Windkraft an Land in Deutschland fast zum Erliegen gekommen. Als Hauptgründe gelten lange Genehmigungsverfahren, zu wenig ausgewiesene Flächen und viele Klagen von Bürgerinitiativen. (dpa/jW)

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