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11.09.2019, 19:30:48 / Kapital & Arbeit

China will Sojamehl aus Argentinien kaufen

Soja-Ernte in Brasilien: Das Land ist wichtigster Lieferant des
Soja-Ernte in Brasilien: Das Land ist wichtigster Lieferant des Futtermittels für China

Buenos Aires. Angesichts des andauernden Handelskonflikts zwischen Washington und Beijing schaut sich China nach neuen Sojalieferanten für seine Fleischindustrie um. Mit einem am Mittwoch unterzeichneten Abkommen öffnet die Volksrepublik ihren Markt für Sojamehl aus Argentinien. Die Agrarindustrie des südamerikanischen Landes rechnet mit jährlichen Exporten von fünf Millionen Tonnen für umgerechnet 1,6 Milliarden Dollar (1,45 Milliarden Euro) nach China, wie die Zeitung La Nación berichtete.

Wegen der von den USA verhängten Sonderzölle und der entsprechenden Reaktionen aus Chiona darauf, waren die Soja-Exporte aus den USA nach China bereits im vergangenen Jahr um die Hälfte zurückgegangen. Beijing braucht deshalb neue Lieferanten, um die Futtertröge der mehr als 500 Millionen Schweine und Rinder im Lande füllen. Washingtons Handelskrieg gegen die Volksrepublik könnte dazu beigetragen haben, dass die seit 20 Jahren andauernden Verhandlungen zwischen China und Argentinien nun abgeschlossen wurden. Soja dient vor allem als Tiernahrung. Selbst bauen die Chinesen immer weniger Soja an, weil der Import deutlich günstiger ist. Seit 2000 ging die Anbaufläche um rund 25 Prozent zurück.

Argentinien ist weltweit der größte Exporteur von Sojamehl, mit erwarteten Ausfuhren von 26 Millionen Tonnen im laufenden Jahr. China verarbeitet jährlich über 70 Millionen Tonnen Sojamehl als Schweine- und Rinderfutter. Der größte Teil der Soja-Importe stammt bislang aus Brasilien. (dpa/jW)

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