Der Schwarze Kanal
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Aus: Ausgabe vom 12.09.2019, Seite 16 / Sport
Fußball

Nach der Selbstverbrennung

Teheran. Der Fußballweltverband FIFA hat auf den Tod der 30jährigen Iranerin Sahar Khodajari reagiert, die versucht hatte, in ein Fußballstadion zu gelangen: »Wir fordern die iranischen Behörden erneut auf, die Freiheit und Sicherheit aller Frauen zu gewährleisten, die an diesem legitimen Kampf zur Beendigung des Stadionverbots für Frauen im Iran beteiligt sind«, heißt es in einem FIFA-Schreiben. Khodajari hatte im März versucht, als Mann verkleidet zu einem Spiel ihres Lieblingsvereins Esteghlal Teheran ins Asadi-Stadion zu gelangen. Als Reaktion auf eine drohende Haftstrafe zündete sie sich in der vergangenen Woche vor einem Gerichtsgebäude an und erlag am Montag im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Masud Schodschaei, Kapitän der iranischen Nationalelf, nannte die Tragödie auf Instagram »das Resultat widerwärtigen Denkens«. Sie werde »für zukünftige Generationen völlig unverständlich sein«. Einige Teamkollegen äußerten sich ähnlich. Viele Iranerinnen und Iraner fordern von der FIFA den Ausschluss der Nationalmannschaft von allen Wettbewerben, solange die Führung des Landes am Stadionverbot für Frauen festhält. Die Forderung ist begründet: Laut FIFA-Statuten ist die Diskriminierung von Frauen verboten und muss sanktioniert werden. (sid/jW)

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