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»Heuchlerische Ehrung«

»Sea-Watch«-Kapitänin lehnt Verdienstmedaille ab

Foto: Salvatore Cavalli/AP/dpa
Die von Organisationen wie Sea Watch geretteten Migranten können sich von Pariser Medaillen wenig kaufen (Hafen von Catania, 31.1.2019)

Paris/Berlin. Die deutsche »Sea-Watch«-Kapitänin Pia Klemp hat eine Auszeichnung der Stadt Paris abgelehnt. Klemp kritisierte in einem offenen Brief auf Facebook den Umgang der Stadt und ihrer Bürgermeisterin Anne Hidalgo mit Migranten und Geflüchteten, wie die dpa am Mittwoch berichtete. »Frau Hidalgo, Sie wollen mich für meine Solidaritätsaktion im Mittelmeer auszeichnen«, schrieb sie. »Gleichzeitig stiehlt Ihre Polizei Decken von Menschen, die gezwungen sind, auf der Straße zu leben, während Sie Demonstrationen unterdrücken und Menschen kriminalisieren, die die Rechte von Migranten und Asylsuchenden verteidigen.«

Klemp steuerte die beiden zivilen Rettungsschiffe »Iuventa« und »Sea-Watch 3«. Die Stadt Paris hatte im Juli angekündigt, ihr sowie ihrer Kollegin Carola Rackete die höchste Verdienstmedaille der Stadt, die »Médaille Grand Vermeil de la Ville de Paris«, zu verleihen. Damit sollten das Engagement der beiden für die Achtung der Menschenrechte gewürdigt werden, hieß es damals.

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»Was wir brauchen, sind Freiheit und Rechte. Es ist an der Zeit, dass wir heuchlerische Ehrungen anprangern und die Lücke mit sozialer Gerechtigkeit füllen«, schrieb Klemp in ihrem Facebook-Beitrag. (dpa/jW)

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Erschienen am 22.08.2019, Ausland

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