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12.07.2019, 18:39:35 / Kapital & Arbeit

Ex-Bundeswehr-Generalinspekteur wird Waffenlobbyist

Harald Kujat
Harald Kujat

Oberndorf. Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, ist neuer Chefkontrolleur des Waffenherstellers Heckler & Koch. Die Hauptversammlung wählte Kujat am Freitag zunächst in den Aufsichtsrat, danach wurde er an die Spitze des dreiköpfigen Gremiums gehievt. Großaktionär Andreas Heeschen hatte den pensionierten General für das Mandat vorgeschlagen. Kujat selbst war bei der Aktionärsversammlung aus persönlichen Gründen nicht anwesend.

Die Personalie gilt als geschickter Schachzug des Unternehmens, um mit Blick auf einen 250 Millionen Euro schweren Sturmgewehr-Auftrag des Bundes bessere Karten zu haben. Gegenüber der Stuttgarter Zeitung hatte Kujat unlängst bereits die Werbetrommel für die Oberndorfer Waffenschmiede gerührt. Die Firma sei »unverzichtbar für unsere nationale Sicherheit«, sagte er. Deutschland brauche eine leistungsfähige Rüstungsindustrie. Kritiker wie der Friedensaktivist Jürgen Grässlin halten die Wahl für »puren Lobbyismus«. Kujat war von 2000 bis 2002 Generalinspekteur der Bundeswehr, danach rückte er in Brüssel als Vorsitzender des Nato-Militärausschusses auf den höchsten nichtzivilen Posten des Militärbündnisses. 2005 ging er in den Ruhestand. (dpa/jW)

Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Bernd Feil: Gute Wahl Herr Kujat ist für diesen Posten erste Wahl. Ob er für »H&K« den Folgeauftrag für das »G36« an Land ziehen kann, ist allerdings fraglich. Denn die Bürokraten im Bundesamt für Wehrtechnik und Bestechun...

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