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Hintergrund: »Les Balkanys«

Der Name Balkany mag in Deutschland weitgehend unbekannt sein, in Frankreich ist er so etwas wie ein »Gütesiegel«. Patrick Balkany (70) und seine Ehefrau Isabelle (71) stehen für handfeste und weitgehend straffrei gebliebene Kriminalität in der Politik und im Finanzwesen. »Les Balkanys« stehen derzeit vor Gericht, und dass sie diesmal hinter Gittern landen werden, scheint der bürgerlich-rechtskonservativen politischen Presse ebenso unausweichlich zu sein wie den bunten Blättern, die sich ausschließlich mit dem mehr oder weniger unappetitlichen Privatleben irgendwelcher »Prominenter« befassen.

Sie sind angeklagt, in großem Umfang Steuerbetrug geplant, organisiert und umgesetzt zu haben. Es gibt nach Angaben der Ermittler so gut wie nichts in ihrem bisher nicht genau einzuschätzenden Millionen- oder gar Milliardenvermögen, für das sie irgendwann einmal etwas an den Fiskus abgeführt hätten. Jüngste Erkenntnis der Richter, die seit Mitte Mai den Prozess gegen den langjährigen Bürgermeister des Pariser Nobelvorortes Levallois-Perret, Parlamentsabgeordneten und besten Spezi von Altpräsident Nicolas Sarkozy führen: Sogar die Juwelen der Gattin wurden in Steuerparadiesen, unter anderem in Liechtenstein, gebunkert.

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Ein Schloss, wie sein etwas vorsichtiger arbeitender Parteifreund François Fillon, hat Patrick nicht. Dafür aber eine alte, wunderschöne Wassermühle in Giverny, wo Claude Monet einst seine Wasserlilien malte und sie so der Welt schenkte. Die Balkanys schenken lieber nichts. Auch die Mühle, die der Fiskus nun beschlagnahmen will, wollen sie nicht hergeben. Ein Gericht soll darüber entscheiden. Das Anwesen, geschätzter Wert 4,7 Millionen Euro, soll verkauft, der Erlös in die Steuerkasse eingespeist werden. (hgh)

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Erschienen in der Ausgabe vom 25.06.2019, Seite 3, Schwerpunkt

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