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Siemens vernichtet weitere 2.700 Stellen

Foto: Dietmar Gust/Siemens/dpa
Siemens Gasturbinenwerk in Berlin

München. Die Siemens AG will in der Energiesparte 2.700 Arbeitsplätze streichen, davon 1.400 in Deutschland. Die Standorte Erlangen und Berlin seien am stärksten betroffen, teilte der Konzern am Dienstag mit. Die IG Metall lehnt die Abbaupläne grundsätzlich als ideenlos ab.

Begründet wird die erneute Jobvernichtung bei dem Konzern mit Überkapazitäten von Gasturbinen und der Energiewende. Langfristige Wartungsverträge werfen zwar weiterhin gute Gewinne ab, aber der Umsatz sank im vergangenen Quartal auf 2,8 Milliarden Euro. Siemens hatte schon im Herbst einen deutlichen Stellenabbau angekündigt. Zu der Sparte gehört inzwischen auch das Geschäft mit Transformatoren und Schaltanlagen. Im Mai hatte Siemens angekündigt, dass die Energiesparte über das laufende Sparprogramm hinaus weitere 500 Millionen Euro »einsparen« müsse. Konzernchef Josef Käser will die Sparte bis September nächsten Jahres an die Börse bringen.

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Die IG Metall kritisierte: »Der kurzfristige Abbau von Beschäftigten ist in einem langfristig wachsenden Markt mit langen Zyklen gerade angesichts zunehmenden Fachkräftemangels nicht zielführend.« Die Gewerkschaft werde mit den Betriebsräten alles daransetzen, dass die von Siemens angekündigten »Programme zur Requalifizierung im Zuge des Strukturwandels« keine Lippenbekenntnisse oder halbherzige Ansätze blieben, sagte Hagen Reimer, Leiter des Siemens-Teams bei der IG Metall. Der Konzern kündigte an, zeitnah mit den Beschäftigtenvertretern zu beraten und die Pläne möglichst sozialverträglich umzusetzen. (dpa/jW)

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Erschienen am 19.06.2019, Kapital & Arbeit

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