Hände weg von Venezuela! Solidaritätsveranstaltung am 28. Mai
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Aus: Ausgabe vom 18.05.2019, Seite 3 / Schwerpunkt
Hände weg von Venezuela!

Diplomatie: BRD und Venezuela

Für den 28. und 29. Mai hat die deutsche Bundesregierung die Außenminister Lateinamerikas und der Karibik zu einer internationalen Konferenz nach Berlin eingeladen. Für Kritik sorgt allerdings, dass Venezuela als einziges Land davon ausgenommen wurde. Venezuelas Botschafter in Berlin, Orlando Maniglia Ferreira, führte diese Entscheidung der Bundesregierung bei einer Pressekonferenz am Freitag darauf zurück, dass die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern derzeit »an einem schwierigen Punkt« seien. Venezuela sei aber trotzdem zum Dialog bereit, um bestehende Schwierigkeiten zu überwinden. Er stehe in Kontakt mit dem Auswärtigen Amt und spreche wöchentlich mit dessen Funktionären über alle offenen Fragen. Eine Normalisierung der Beziehungen sei jederzeit möglich, allerdings erwarte man eine respektvolle Haltung gegenüber dem verfassungsmäßigen Präsidenten Nicolás Maduro.

Als Zeichen der Solidarität bereitet die Tageszeitung junge Welt zusammen mit zahlreichen weiteren Medien, Solidaritätsvereinigungen, Friedensorganisationen und Parteien eine parallel zu der Konferenz der Bundesregierung stattfindende Veranstaltung unter dem Motto »Hände weg von Venezuela« vor. Sie findet am 28. Mai 2019 ab 19 Uhr in der Berliner Urania statt. Teilnehmen werden zahlreiche Gäste aus Venezuela und weiteren Ländern Lateinamerikas, unter anderem die bekannte Sängerin Cecilia Todd und Carolus Wimmer, internationaler Sekretär der KP Venezuelas. Eingeladen ist auch Venezuelas Außenminister Jorge Arreaza.

Dieser dankte am Freitag per Twitter Norwegen für dessen Unterstützung bei der Bewahrung von Frieden und Souveränität in Venezuela. In Oslo war es in dieser Woche zu Sondierungsgesprächen zwischen Vertretern der venezolanischen Regierung und der Opposition gekommen, wie das norwegische Außenministerium am Freitag bestätigte.

Bei Gegnern einer friedlichen Lösung stößt das auf Widerstand. Unter den Ankündigungen der Veranstaltung am 28. Mai auf Facebook & Co. toben sich Reaktionäre aller Couleur mit wüsten Beschimpfungen aus. Auch mit Gewalt wird gedroht. (jd/scha)

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