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Sieben zum Wippen

Die komische Riesenwippe, die als kippfähiges Denkmal zur Erinnerung an die »Einheit«, den Anschluss der DDR an die BRD 1990, gedacht ist und die aus verschiedenen Gründen seit zehn Jahren nicht gebaut wird, bleibt auch außerhalb von Kabarettkreisen unvergessen. Eine Berliner Bürgerinitiative will nun »das Denkmal, das keiner will« (Welt) durch eine Dauer-Demonstration vor dem Reichstag sozusagen herbeizaubern. Und zwar genau an diesem Ort und nicht wie ursprünglich geplant vor dem auch noch nicht bezugsfertigen Berliner »Schloss«, für das der Palast der Republik, als unbedingt zu tilgendes DDR-Relikt kaltkriegerisch abgerissen worden war.

»Wir werden 77 Tage lang jeden Abend um sieben Uhr mit mindestens sieben Leuten auf der Reichstagswiese für den neuen Standort werben«, sagte Annette Ahme, Vorsitzende des Vereins Berliner Historische Mitte, am Donnerstag der dpa. Der Verein hatte schon im vergangenen Jahr mit einer ähnlichen 77-Tage-Aktion gegen den Standort am Berliner »Schloss« protestiert. Jetzt schlägt er vor, die geplante Wippe in einen flachen Teich zu setzen und mit einem spiralförmigen Zugang die Architektur der Reichstagskuppel aufzunehmen. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 20.07.2018, Seite 10, Feuilleton

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