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Aus: Ausgabe vom 24.03.2018, Seite 15 / Geschichte

Anno … 13. Woche

1893, 1. April: Im Deutschen Reich gilt per Gesetz die mittlere Sonnenzeit des 15. Längengrades östlich von Greenwich, die sogenannte Mitteleuropäische Zeit. Im gleichen Jahr führen auch Italien, das habsburgische Österreich und Malta die neue Zeitregelung ein.

1933, 31. März: Unmittelbar nach der Reichstagswahl am 5. März beginnen die Nazis mit der Beseitigung der Selbständigkeit der Länder und Hansestädte. Was in dem von dem Hitler-Steigbügelhalter Franz von Papen regierten Preußen bereits Anfang Februar per Notverordnung erreicht worden ist, wird mittels Terror von unten ins Werk gesetzt: Die SA provoziert Unruhen und besetzt Rathäuser, in Folge dessen greift die Reichsregierung unter Verweis auf die nach dem Reichstagsbrand erlassene »Verordnung zum Schutz von Volk und Staat« ein, setzt die Landesregierungen ab und ernennt an ihrer Stelle Spitzenvertreter von NSDAP und SA. Am 31. März wird das Vorgehen mit dem »Vorläufigen Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich« sowie sieben Tage später mit einem weiteren gleichnamigen Gesetz legitimiert. Damit werden auf der Ebene der Länder alle Minister, Abgeordneten und höheren Beamten, die nicht der Nazipartei angehören, entfernt.

1953, 1. April: In der Bundesrepublik tritt die in Artikel 3, Absatz 2 des Grundgesetzes festgeschriebene Gleichberechtigung von Mann und Frau in Kraft. Alle nicht damit im Einklang stehenden gesetzlichen Bestimmungen verlieren damit ihre Gültigkeit. In Streitfällen müssen Gerichte entscheiden. Die Katholische Kirche, die gegen die Gleichberechtigung aufgetreten ist, zeigt sich enttäuscht. Noch im Januar hatte die Bischofskonferenz verkündet, Frauen gebühre nicht das gleiche Recht wie dem Mann, in Fragen des Ehe- und Familienlebens zu entscheiden.

1958, 29. März: Anlässlich eines Konzertes des US-amerikanischen Rocksängers Jonnie Ray kommt es im Westberliner Sportpalast zu einer Saalschlacht mit der Polizei. Als der von der Presse als »Heulboje« bezeichnete Sänger am Ende seiner Vorstellung fluchtartig die Bühne verlässt, wird diese vom Publikum gestürmt. Die Polizei, die die Bühne räumen will, wird mit Stühlen und Flaschen beworfen.

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