Aus: Ausgabe vom 06.03.2018, Seite 15 / Betrieb & Gewerkschaft

Lesetips

Neue Zeitschrift

Wenn es um betriebliche Mitbestimmung geht, ist meist von Großbetrieben die Rede, in denen Interessenvertretungen in der Regel professionell arbeiten und über größeren Einfluss verfügen. Doch in vielen kleinen und mittelgroßen Betrieben ist die Lage anders. Bei weniger als 200 Beschäftigten hat der Betriebsrat kein Anrecht auf Freistellungen. Die Mitglieder des Gremiums machen diese Tätigkeit zwar während der Arbeitszeit, aber doch irgendwie »nebenbei«. Auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist die neue Zeitschrift Betriebsrat und Mitbestimmung, die ab April im Bund-Verlag erscheint. Eine erste Pilotausgabe zeigt das Konzept: Viele konkrete Tips und Hinweise; etliche Checklisten und Musterschreiben, an denen sich Betriebsräte orientieren können. Die Pilotausgabe dokumentiert unter anderem, was bei der konstituierenden Sitzung eines neu gewählten Betriebsrats zu beachten ist, wie der Betriebsrat das Vorgehen der Firma überwachen kann und was zu tun ist, wenn es gegen Tarifverträge verstößt. Insgesamt eine sehr praxisorientierte Arbeitshilfe für Interessenvertreter in kleineren Unternehmen. (dab)

Betriebsrat und Mitbestimmung. Gremienarbeit in kleinen und mittleren Betrieben, Bund-Verlag, ab April 2018, 47,40 Euro pro Quartal, Probeabo: www.br-mitbestimmung.de/gratis

Rechte Betriebsräte

In einem ausführlichen Interview mit dem IG-Metall-Sekretär André Kaufmann befasst sich der aktuelle Express mit rechten Kandidaturen bei der anstehenden Betriebsratswahl. Konkret geht es um die Liste »Zentrum Automobil«, die 2014 im Daimlerwerk Untertürkheim 4 von 45 Mandaten gewonnen hat. Ihr Frontmann ist Oliver Hilburger, der einst in der Nazi-Band »Noie Werte« spielte und für die »Christliche Gewerkschaft Metall« (CGM) aktiv war. Auf der Liste treten auch andere ausgewiesene Neonazis an, wie der ehemalige Bundeskassierer der verbotenen Wiking-Jugend. Dass sie mit ihren kruden Parolen bei einem Teil der Belegschaft Anklang finden, hat laut Kaufmann vor allem damit zu tun, dass sie zugleich »als Kümmerer für die kleinen Sorgen und Nöte der Beschäftigten« auftreten. Als ein zentrales Gegenmittel sieht Kaufmann daher, dass die IG-Metall-Betriebsräte in den Abteilungen mehr Präsenz zeigen und eine konsequente Interessenvertretung betreiben. (dab)

Express. Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 1-2/2018, 20 Seiten, 3.50 Euro. www.labournet.de/express

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