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Zu heikel

Die Alice-Salomon-Hochschule in Berlin will ein angeblich sexistisches Gedicht an ihrer Fassade übermalen lassen. Der Akademische Senat beschloss am Dienstag mehrheitlich, statt »Avenidas« des Schweizer Lyrikers Eugen Gomringer künftig alle fünf Jahre den Text eines neuen Gewinners des von ihr vergebenen Poetikpreises auf der Hauswand zu präsentieren. Gomringers in Spanisch verfasstes Gedicht steht dort seit 2011. Angehörige der Hochschule hatten moniert, es könne als Frauen diskriminierend aufgefasst werden. Dabei geht es um den Satz: »avenidas y flores y mujeres y un admirador« (Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer). Das Deutsche PEN-Zentrum und der Kulturrat hatten sich für das Gedicht ausgesprochen und vor Zensur gewarnt. Auch der 93jährige Gomringer kritisierte die Entscheidung: »Das ist ein Eingriff in die Freiheit von Kunst und Poesie«, sagte er dpa. Er behalte sich rechtliche Schritte vor. Bei einer Fassadenrenovierung im Herbst soll nun ein Text der letztjährigen Preisträgerin Barbara Köhler angebracht werden. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 25.01.2018, Seite 11, Feuilleton

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