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Buchmesse Frankfurt

Angriff auf Trikont

Die Rechten sind im Kommen. Das Klima der Gesellschaft verändert sich. Die Rechten reden nicht nur darüber, die schlagen auch zu. Am Freitag mittag las Karlheinz Weißmann, einer ihrer »Vordenker«, auf der Frankfurter Buchmesse am Stand der Jungen Freiheit vor versammelten Anzugträgern Haarsträubendes aus seinem Buch »Kulturbruch ’68. Die linke Revolte und ihre Folgen«: Gemeint waren natürlich Chaos und Zerfall. Der 68er Achim Bergmann, Geschäftsführer des linken Plattenlabels Trikont, war auch unter den Zuhörern und wagte es, diesen Unsinn zu kritisieren. Einer der jungen Anzugsträger ging zu ihm hin, holte aus und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Keiner der Anwesenden half dem 74jährigen. Nur Bergmanns Begleitung, Eva Mair-Holmes von Trikont, wollte die Situation mit dem Handy dokumentieren. Der Aggressor riss es ihr aus der Hand und schleuderte es über den Gang. Erst als sie um Hilfe rief, kamen Leute von den umliegenden Ständen und stoppten den Angreifer. Er versuchte zu flüchten und wurde schließlich von der Polizei gestellt. (jW)

Siehe Seiten 6 und 7 der jW-Wochenendbeilage, Vorabdruck »Die Trikont-Story«

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Erschienen in der Ausgabe vom 14.10.2017, Seite 10, Feuilleton

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