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Aus: Ausgabe vom 13.06.2017, Seite 11 / Feuilleton

Finis NDR

Die Einschläge des rechten Kulturkampfs, den die Identitären, AfD, Compact und der Spiegel-Liebling Götz Kubitschek intensivieren, nähern sich dem Mainstream. Nun gibt es Streit um das völkische Buch »Finis Germania« des 2016 verstorbenen Wirtschaftshistorikers Rolf Peter Sieferle aus dem rechten Antaois-Verlag, das auf die Empfehlungsliste für das »Sachbuch des Monats«, gerutscht ist – auf Platz 9. Diese Liste veröffentlicht der NDR zusammen mit der Süddeutschen Zeitung seit 15 Jahren. Nun hat der NDR seine Zusammenarbeit mit der unabhängigen Jury dieser Liste ausgesetzt, denn man distanziere sich entschieden von der Aufnahme dieses Titel von Sieferle, der Auschwitz in Anführungsstriche setzt, Migranten als »Barbaren« bezeichnet und die Opfer des Holocaust als die »ominösen sechs Millionen«.

Barbara Mirow, Leiterin von NDR Kultur, erklärte, die Aufnahme des Buchs sei eine »gravierende Fehlentscheidung« gewesen. Der Juryvorsitzende Andreas Wang sagte der Süddeutschen Zeitung, das Buch habe es durch die »Akkumulation von Punkten eines Mitglieds der Jury« auf die Liste geschafft. Der Zeitung zufolge senden die Juroren Listen mit Punkten für einzelne Bücher ein, ohne dass es zur gemeinsamen Aussprache kommt. (AFP/jW)

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