Zum Inhalt der Seite
Dusan Deak

Ein Pfund Gehacktes

Hinter der »Katar-Krise« stehen die »Russen Hacker«, berichtete Bild in dieser Woche mit einem fremdverschämten rhetorischen Fragezeichen. Die russischen Hackfleischspezialisten, im Geheimdienstjargon »Hacker« genannt, stehen so ziemlich hinter allem, was in der Welt passiert. Sie haben den amtierenden US-Präsidenten verursacht, Fukushima- und die Klimakatastrophe inszeniert, die NASA-Mondlandung gefaket und wollen demnächst die Erde umpolen. Die meisten werden vom FBI, von der CIA oder von George Soros bezahlt.

Historisch wichtige »Russen-Hacker« waren George Washington und Goethe, an der Mitgliedschaft von Papst Johannes Paul II. gibt es noch geringe Zweifel. »Russen Hacker« firmierten vorübergehend auch als »Templer« oder »Rosenkreuzer«. Einer der bekanntesten deutschen »Russen Hacker« war Franz Josef Strauß, ehrenwertes Mitglied der ­»Eastern Front Connection«, eines erlesenen Kreises korrupter Politiker und Industrieller.

Anzeige

Mein persönlicher »Russen Hacker« arbeitet in der Hamburger Neustadt als Schuster, natürlich verdeckt und unter falscher Identität. Seinem Akzent nach könnte er aus der Gegend um Smolensk kommen.

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 10.06.2017, Seite 11, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!