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Aus: Ausgabe vom 29.04.2017, Seite 11 / Feuilleton
Kino

Tag der Arbeit

In einem Land vor unserer Zeit war das zweiteilige Filmepos »Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse« und »Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse« (1954/55) Pflichtprogramm für Schulklassen, Brigaden und Regimenter. Lange genug her. Am 1. Mai präsentiert die DEFA-Stiftung die Filme nun im Kino Arsenal am Potsdamer Platz in Berlin. DEFA-Mitbegründer Kurt Maetzig inszenierte die Hommage an den 1944 im KZ Buchenwald ermordeten KPD-Vorsitzenden nach einem Szenarium von Willi Bredel. Teil eins spielt unter Hamburger Transportarbeitern, bietet abenteuerliche Kampfszenen in den Katakomben der Hansestadt und wirkt recht lebendig, im zweiten Teil erstarrt Günther Simon in der Titelrolle mehr oder weniger zum Denkmal. Überzeugend sind Fritz Dietz als Hitler und Hans Stuhrmann als Goebbels. Markante Szenen mit Stalin wurden 1961/62 entfernt. Der Zweiteiler stehe »in Inhalt und Form stellvertretend für die künstlerische Umsetzung des parteioffiziellen DDR-Antifaschismus in den 50er Jahren mit all seinen aufgetretenen Verengungen, Verleugnungen und Mythen«, schrieb Detlef Kannapin in seinem Buch »Antifaschismus im Film der DDR« (PapyRossa 1997). Ab 19 Uhr wird er am Montag in die Filme einführen. (jW)

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