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Aus: Ausgabe vom 30.03.2017, Seite 11 / Feuilleton

In ganzer Schönheit

Viele Musikrichtungen sind eigentlich schon tot, da kommt nichts Neues mehr. Aber, Freunde, unter uns: Tote leben länger! Und wir leben ja auch noch wie die jungen Götter! Und wir erinnern uns auch noch an den Artrock, der von 1969 bis 1977 unter die Leute gebracht wurde. Von Musikern, mit einem Hang zu sehr langen Stücken. Komplexes Songwriting, ausgedehnte Instrumentals inklusive solistischer Mondfahrten bestimmten das musikalische Geschehen, mit vielerlei akustischen Effekten in teilweise völlig losgelöste Konzeptalben gegossen. Und das Untoteste ist: Von diesen virtuos rumorenden Bands touren noch jede Menge durch die Lande und lassen sich zu Festivals einladen. Zum Beispiel ins Vogtland, wo von Freitag bis Sonntag im Neuberinhaus zu Reichenbach das 5. Artrock-Festival stattfindet.

Dahin drängt es Stern-Combo Meißen, mit Sinfonieorchester, Chor und dem einzigen verbliebenen Urmitglied Martin Schreier, die schwedischen Progressive Metaler Pain of Salvation und Chris Thompson, der in den 1970er Jahren Sänger von Manfred Mann’s Earthband war. Ehrengast ist Carl Palmer (Foto), der letzte Überlebende von Emerson, Lake and Palmer, der in neuer Besetzung all das Alte spielen wird. Den Abschluss gestalten die Ungarischen Cosmosrocker Omega. Sänger Jànos Kóbor wird dann mit Molnàr, Benkö, Mihály und Debreceni Songs in ganzer Schönheit strecken und fernab vom Rockkrawall gestalten, Synthie-Schwelgereien mit einbegriffen. (tb)

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