Zum Inhalt der Seite
Geschichtspolitik

»Der Adolf war’s«

Der österreichische Künstler Wolfgang Flatz wirft der IG Metall Wolfsburg Zensur vor, weil sie eine VW-Käfer-Haube mit Hakenkreuz nachträglich aus einer Kunstausstellung genommen hat. Der erste Bevollmächtigter der IG Metall Wolfsburg, Hartwig Erb, hatte die auf die NS-Geschichte des Konzerns anspielende Haube mit dem Titel »Der Adolf war’s« nach Ausstellungsbeginn entfernen lassen. »Das Kunstwerk mit dem Hakenkreuz ist unserer Meinung nicht von allein erklärbar«, begründete Erb das Vorgehen. Es handele sich um einen Teil der Ausstellung, bei dem die Besucher ohne erläuternde Führung die gezeigten Kunstwerke besichtigten, weswegen Missverständnisse zu befürchten seien. Flatz beklagte den »massiven Eingriff«. Die Arbeit verweist auf die Gründung des Volkswagen-Konzerns während des deutschen Faschismus. Adolf Hitler hatte einst den Grundstein für das Stammwerk Wolfsburg gelegt, das mit Geld aus enteignetem Gewerkschaftsvermögen finanziert wurde. (dpa/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 19.01.2017, Seite 11, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!